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Mexikanischer Tumulus

Nayarí Castillo & Hanns Holger Rutz

 

Part of the art in public space exhibition
within the Comrade Conrade project.
Project coordination: Nicole Pruckermayr.
Tumulus partners in Mexico city: Monica Quintini Wissmann and Toni Arellano.

Exhibition opening: Saturday September 15, 2018, 15:00 h, Graz Ostbahnhof, Conrad-von-Hötzendorf-Straße 108

Running time: Sep 15–Sep 29, 2018. The sound and light installation can be experienced from 8:30h until 21:30h (sound) and 22:30h (light). It is recommended to visit the installation after twilight, i.e. after 18:30h.

 

In cooperation with Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark.

Programme note (German):

Mexiko war der einzige Staat, der Welt, der am 19. März 1938 formellen Protest vor dem Völkerbund gegen den Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland einbrachte. In ihrer Arbeit „Mexikanischer Tumulus” beziehen sich Castillo und Rutz auf eine Kolonie deutschsprachiger Exilant*innen in Mexiko während der Zeit des Nationalsozialismus. So widmeten etwa Irma Römer und die Personen des Exilsalons ihr Leben dem Widerstand gegen die Tyrannei, kämpften mit kreativen Werkzeugen für die Freiheit und etablierten Orte für den Diskurs in ihrer neuen Heimat. Exil bedeutet schmerzliche Trennung, aber auch die Chance neue Dinge aufzubauen. So schuf zum Beispiel der Künstler und gebürtige Österreicher Wolfgang Paalen in Mexiko das surrealistische Magazin DYN und war Co-Organisator der ersten lateinamerikanische Ausstellung des Surrealismus. Diese Klang-Raum-Installation ist eine Ode an jene, die sich in Zeiten der Dunkelheit widersetzten. Der Ostbahnhof in Graz war während des Nationalsozialismus auch Zwischenstation des Todesmarsches ungarischer Jüdinnen und Juden vom April 1945.

Die Installation baut mit poetischen Mitteln gedankliche und metaphorische Brücken zwischen Mexiko und Österreich basierend auf der Übertragung aktuellen Himmelsdaten und akustischer Resonanzen von Mexiko Stadt nach Graz sowie einer Serie von Texttafeln, die sich algorithmisch und in Anspielung auf die surrealisitische Écriture Automatique dem Widerständischen nähern.